Die Kinder - Wulf Dorn

Freitag, 27. Oktober 2017
Verlag: Heyne | Preis: 16,99€ | 320 Seiten | Broschiert | Kaufen?


Klappentext
Auf einer abgelegenen Bergstraße wird die völlig verstörte Laura Schrader aus den Trümmern eines Wagens geborgen. Im Kofferraum entdecken die Retter eine grausam entstellte Leiche. Als die Polizei den Psychologen Robert Winter hinzuzieht, wird dieser mit dem rätselhaftesten Fall seiner Karriere konfrontiert: Die Geschichte, die Laura Schrader ihm erzählt, klingt unglaublich. Doch irgendwo innerhalb dieses Wahnkonstrukts muss die Wahrheit verborgen sein. Je weiter Robert vordringt, desto mehr muss er erkennen, dass die Gefahr, vor der Laura Schrader warnt, weitaus erschreckender ist als jeder Wahn.


Meine Meinung 
Vorneweg möchte ich einmal loswerden, dass ich eine treue Wulf Dorn Leserin bin & wirklich jedes seiner Bücher verschlungen habe. Für mich zählt Dorn zu meinen absoluten Lieblingsautoren, weshalb ich mich natürlich sehr auf sein neustes Werk gefreut habe! Ich gebe mir immer Mühe die Bücher eines Autoren nicht miteinander zu vergleichen, keinerlei Erwartungen zu haben & mich voll und ganz auf etwas Neues einzulassen. Mit "Die Kinder" hat mich Wulf Dorn überrascht, allerdings leider im negativen.

Ich hatte während dem lesen gefühlt 100 Fragezeichen im Kopf, weil mir nicht klar war in welche Richtung das Ganze geht. Damit meine ich nicht die Handlung oder die Auflösung der Geschichte, sondern in welchem Genre ich mich befinde. Klar, vorne steht "Thriller" drauf, aber hierbei handelt es sich nicht um einen klassischen Thriller, so wie ich ihn gerne lese. Ich möchte euch nicht zu viel verraten, da das Buch mit seinen 320 Seiten generell nicht sehr dick ist, aber mir hat die Umsetzung überhaupt nicht gefallen. Das was dort angeblich passiert oder geschildert wird, kam mir so surreal vor dass ich damit gar nichts anfangen konnte. Ich hatte immer wieder die Frage im Kopf: Was möchte mir Wulf Dorn hier erzählen?
Letzten Endes verstehe ich natürlich die Message hinter dieser Geschichte und ich habe auch nichts gegen sozialkritische Bücher, aber wie das Ganze hier verpackt wurde, hat mir leider nicht gefallen.

Der Schreibstil war wie gewohnt grandios & aus diesem Grund habe ich das Buch auch komplett gelesen. Wenn dies nicht der Fall gewesen wäre, hätte ich es nach der Hälfte sicherlich abgebrochen, denn die Charaktere waren mir allesamt zu platt, es gab einige unnötige Längen und die heiß ersehnte Spannung kam für mich so gar nicht auf.
Die Erklärung am Ende erschien mir schlichtweg nicht glaubwürdig & ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Normalerweise fesselt mich Wulf Dorn von vorne bis hinten, diesmal konnte ich ihm die Geschichte rund um die Kinder leider nicht abnehmen. Schade!


2/5 Sternen



Hierbei handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Heyne Verlag!

Geständnisse - Kanae Minato

Verlag: C. Bertelsmann | Preis: 16,99€ | 272 Seiten | Hardcover | Kaufen?


Klappentext
Die kleine Tochter der alleinerziehende Lehrerin Moriguchi ist im Schulschwimmbad ertrunken; ein tragischer Unfall, wie es scheint. Wenige Wochen später kündigt Moriguchi ihre Stelle an der Schule, doch zuvor will sie ihrer Klasse noch eine letzte Lektion mit auf den Weg geben. Denn sie weiß, dass ihre Schüler Schuld am Tod ihrer Tochter haben. Mit einer erschütternden Offenbarung setzt sie unter ihnen ein tödliches Drama um Schuld und Rache, um Gewalt und Wahnsinn in Gang, an dessen Ende keiner – weder Kind noch Erwachsener – ungeschoren davonkommt.


Meine Meinung
Das Buch beginnt damit, dass Yuko Moriguchi vor ihrer Klasse steht, ihren Schülern von dem Mord an ihrer Tochter erzählt & damit eine Welle von Ereignissen in Gang setzt. Als Leser hat man das Gefühl direkt mit in diesem Klassenraum zu sitzen und von Yuko das dramatische Geständnis mitgeteilt zu bekommen. Ganz allmählich, Seite um Seite, bekommt man die Tragweite des Ganzen zu spüren.

Der Erzählstil ist sehr interessant, denn die Kapitel werden jeweils aus einer anderen Perspektive geschildert. Jedes einzelne Kapitel bekommt so seine ganz eigene Dynamik & enthüllt sehr eindringlich, was tatsächlich mit Yukos Tochter geschah und wer die Schuld daran trägt. Yukos Art und Weise ihren Schülern davon zu berichten empfand ich einerseits als sehr nüchtern und distanziert, andererseits sind ihre Trauer & Wut zwischen den Zeilen absolut spürbar.
Es gibt eine Stelle in dem Buch, ziemlich am Anfang, die mir wahrlich eine Gänsehaut beschert hat. Die Enthüllung auf diesen Seiten hat mich schlichtweg sprachlos und schockiert zurückgelassen. Mit dieser bitterbösen, aber zugleich auch genialen Idee hat mich Kanae Minato echt überrascht.
Das einzige Manko in der Geschichte waren für mich ein paar Wiederholungen. Manches wusste man als Leser bereits, hat es aber nochmal aus einer anderen Sichtweise erzählt bekommen. Das hat sich für mich leider sehr gezogen und hat dem Ganzen die Spannung genommen.

"Geständnisse" ist aber nicht nur ein Buch das schonungslos, erschütternd und fesselnd ist, es regt auch wirklich zum nachdenken an! Wie gehen wir mit unseren Mitmenschen um? Haben wir das Recht über jemand anderen zu richten? Das sind Fragen die in dieser Geschichte aufkommen und die mich sehr nachdenklich gestimmt haben.

Wer Lust hat ein Buch über Rache, Moral und Gerechtigkeit zu lesen, sollte sich "Geständnisse" auf jeden Fall mal ansehen!


4/5 Sternen


Hierbei handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Vielen Dank an den Bertelsmann Verlag!

Die Gerechte - Peter Swanson

Sonntag, 20. August 2017
Verlag: blanvalet | Preis: 12,99€ | 416 Seiten | Genre: Thriller | Broschiert | Kaufen?


Klappentext
Eine Flughafenbar in London. Es ist Abend, und Ted Severson wartet auf seinen Rückflug nach Boston, als eine attraktive Frau sich neben ihn setzt. Kurz darauf vertraut er der geheimnisvollen Fremden an, dass seine Frau ihn betrogen hat. Mit ihrer Reaktion jedoch hat er nicht gerechnet: Sie bietet ihm Hilfe an – beim Mord an seiner Ehefrau. Ein Trick? Ein morbider Scherz? Oder ein finsteres Rachespiel, das nur ein böses Ende nehmen kann?


Meine Meinung
Manchmal kommt es anders als man denkt. Müsste ich das Buch in einem Satz beschreiben, wäre es genau dieser. "Die Gerechte" war seit langer Zeit mal wieder ein Thriller, der mir wirklich gut gefallen hat und mich tatsächlich überraschen konnte. Sobald ich das Buch zur Hand genommen & die ersten Kapitel gelesen habe, hat sich ein regelrechter Sog entwickelt, sodass ich das Buch kaum weglegen konnte. Besonders an den Kapitelenden war es so spannend, dass ich unbedingt weiterlesen musste. Peter Swanson legt einen tollen, unkomplizierten Schreibstil an den Tag, der sich sehr flüssig & schnell lesen lässt.

Was mir richtig gut gefallen hat war, dass die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird. Dieser regelmäßige Perspektiv- & somit auch Kapitelwechsel war sehr interessant und sorgte für Abwechslung. Das Beste an dem Buch war für mich allerdings die Wendung zur Mitte hin, die mich als Leser kurzzeitig sprachlos gemacht hat. Mit diesem Wendepunkt habe ich überhaupt nicht gerechnet und hat das komplette Buch für mich in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. 
Die Charaktere waren für mich allesamt keine Sympathieträger, dennoch fand ich die Beziehungen untereinander sehr durchdacht und habe mitgefiebert.

Wer Lust auf einen spannenden, abwechslungsreichen Thriller für zwischendurch hat, der kann sich "Die Gerechte" getrost anschauen. Das Buch ist meiner Meinung nach auch eine super Filmvorlage!



4/5 Sternen


Vielen Dank an den blanvalet Verlag für das freundliche Bereitstellen des Buches!

Scar - Jack Ketchum

Dienstag, 30. Mai 2017

Verlag: Heyne | Preis: 14,99€ | 336 Seiten | Broschiert | Kaufen?

Klappentext
Mit elf Jahren ist Delia Cross bereits ein gefeierter Fernsehstar – aber nicht glücklich. Ihre Mutter ist von krankhaftem Ehrgeiz getrieben. Ihr Vater dem Alkohol verfallen. Ihr Bruder von Eifersucht zerfressen. Einzig der Familienhund Caity hält immer treu zu ihr. Dann droht ein tragischer Unfall, Delias Karriere für immer zunichtezumachen. Doch sogar ihre Narben werden gegen ihren Willen vermarktet. Bis sie beginnt, sich zu wehren …


Meine Meinung
Mein erstes Buch von Jack Ketchum war "Evil", was ich vor einigen Jahren gelesen habe & was mich unglaublich mitgenommen hat. Ich habe die Geschichte heute noch im Kopf & denke mit Schrecken daran zurück. Als ich erfahren habe das ein neues Buch von ihm erscheint, habe ich mich wahnsinnig darauf gefreut, denn das geniale Cover und der Klappentext lassen eine vielversprechende Geschichte vermuten ...

Ich musste leider ziemlich schnell feststellen, dass ich große Probleme damit hatte, in die Geschichte reinzukommen. Schon gleich nach den ersten Seiten ist mir der Schreibstil negativ aufgefallen. Diese abgehackten, kurzen Sätze haben mich zwar durch das Buch gejagt, bei mir aber keinerlei Atmosphäre oder Spannung erzeugt. Auch die Charaktere, die meiner Meinung nach sehr viel Potenzial hatten, blieben mir allesamt durchweg zu blass und oberflächlich. Und ganz besonders bei Delia hätte ich mir viel mehr Tiefgang gewünscht. Das einzige was spürbar war, war die Liebe zu ihrer Hündin Cathy, aber die Entwicklung der Geschichte diesbezüglich, hat mir so gar nicht gefallen!

Während dem lesen habe ich ständig auf einen ganz bestimmten Moment hingefiebert. Auf den großen Knall, der mir eine Gänsehaut beschert und mir den Atem stocken lässt. Was soll ich sagen? Fehlanzeige! Die Umsetzung oder Delias Art und Weise sich zu wehren, hat mich einfach nur enttäuscht. Vielleicht hatte ich auch zu hohe Erwartungen, da das Buch ja im Heyne Hardcore Verlag erschienen ist und dort Geschichten zu finden sind, die absolut schockieren und einem wirklich unter die Haut gehen. Bei "Scar" war das so nicht der Fall, hierbei handelt es sich eher um ein Familiendrama, das mich aber leider nicht erreichen konnte.
Ich werde in Zukunft auch die Finger von Jack Ketchum Bücher lassen (auch wenn Lucky McKee hier mit am Werke war) denn die Art zu schreiben hat mir einfach überhaupt nicht zugesagt.



1/5 Sternen



Vielen Dank an den Heyne Verlag für das freundliche Bereitstellen des Buches!

AchtNacht - Sebastian Fitzek

Sonntag, 28. Mai 2017
Verlag: Knaur | Preis: 12,99€ | 416 Seiten | Broschiert | Kaufen?

Klappentext
Es ist der 8. 8., acht Uhr acht. Sie haben 80 Millionen Feinde. Werden Sie die AchtNacht überleben? Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie. Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen. In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen. Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei. Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten - und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt. Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst. Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief. Und Ihr Name wurde gezogen!

Meine Meinung
Seit ich erfahren habe das wieder ein neues Buch von Sebastian Fitzek erscheint, habe ich sehnlichst darauf hingefiebert. Zum einen natürlich weil er in meinen Augen ein großartiger Autor ist und zum anderen, weil mich die Beschreibung des Buches sofort an einen meiner Lieblingsfilme erinnert hat: The Purge. Gleich auf der erste Seite macht Fitzek auch deutlich, dass er sich von den Filmen hat inspirieren lassen und am Ende geht er darauf auch nochmal genauer ein. Ich empfehle generell immer bei den Büchern von Fitzek, die Danksagungen und Anmerkungen am Schluß aufmerksam zu lesen. Diese letzten Seiten allein sind jedesmal ein kleines Highlight & dies war bei "AchtNacht" nicht anders.

Schon gleich zu Beginn hatte mich das Buch in seinen Fängen und ich konnte es tatsächlich nicht aus der Hand legen. Es war an manchen Stellen so unfassbar spannend, dass es kaum auszuhalten war. Die Vorstellung eines solchen Experiments fand ich extrem beängstigend, wahrscheinlich auch weil es gar nicht so fernab unserer Realität ist. Sebastian Fitzek greift mal wieder gekonnt ein aktuelles Thema auf und hält uns neben der Geschichte um Ben & Arezu, den Spiegel unserer heutigen Gesellschaft vor Augen - was definitiv zum nachdenken anregt.

Der Schreibstil hat mir, wie gewohnt, sehr gut gefallen und da die Geschichte sehr actiongeladen ist, fliegt man nur so durch die Seiten. Leider lies die Spannung für mich ab der Hälfte etwas nach und obwohl die Auflösung gegen Ende absolut unvorhersehbar war, konnte sie mich nicht so schockieren wie erwartet, da es einfach nicht neues für mich war. Der Schluß wirkte auf mich ziemlich konstruiert & konnte mich demnach nicht so richtig zufriedenstellen.
Nichtsdestotrotz hat mich "AchtNacht" gut unterhalten!

Sebastian Fitzek hat sich zwar von "The Purge" inspirieren lassen, hat aber im Endeffekt was ganz eigenes draus gemacht. Wer einen abwechslungsreichen Thriller mit einer angsteinflößenden Idee lesen möchte, sollte zu diesem Buch greifen!



4/5 Sternen


Vielen Dank an den Knaur Verlag für das freundliche Bereitstellen des Buches!